7. Juni 2024
Fitness-Studio, Innenraum mit Geräten

Kommunales Fitness-Studio für “Auserwählte”? – NEIN DANKE, CDU!

“In der Demokratie darf man jeden noch so großen Unfug fordern, das ist legitim. Aber darum noch lange nicht sinnvoll”.

Mit diesen Worten kommentiert der FDP-Stadtverordnete Christian Erhardt-Maciejewski einen Vorstoß der CDU in der letzten Sitzung des Parlaments. Dort hatte die CDU den Antrag gestellt, neben einem Sportverein “Krafträume” zu erbauen. Sinn der Sache: Damit die Sportler auch erfolgreich Krafttraining machen können. Und natürlich soll der Kraftraum auch Feuerwehr und Co. offenstehen. Die Kosten: Fast 300.000 Euro. Folgekosten nicht mitgerechnet. 

Fitness-Studios vor Ort bluten aus

Eine Art “kommunales Fitness-Studio für Auserwählte” also, wie Christian Erhardt es im Stadtparlament kommentierte. “Und unsere Fitness-Studios vor Ort bluten aus. Großartige Idee zur Förderung der heimischen Wirtschaft”, so der Liberale. 

Bei aller Distanzierung: Natürlich hat die CDU zumindest mit einem Recht: Es ist insbesondere für unsere Feuerwehr wichtig, fit zu sein. “Das gehört praktisch zu diesem Ehrenamt dazu”, so Erhardt-Maciejewski. Er kündigte daher für die nächste Sitzung einen “sinnvollen Beitrag” zum Thema an. Nach Ansicht der FDP sollen Mitarbeiter der Feuerwehr einen monatlichen Zuschuss zu ihrem Beitrag zum Fitness-Studio bekommen. “Wer eine Mitgliedschaft nachweist, soll monatlich 25,- Euro Zuschuss im Rahmen der Aufwandsentschädigungen bekommen. Das ist unbürokratisch, ein Anreiz Sport zu machen und stärkt auch noch die Sportvereine und Fitness-Klubs in der Region”, so Erhardt-Maciejewski. 

Update: Liberale fordern Gutschein für Freiwillige Feuerwehr

Um das Ehrenamt zu stärken und Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr die Nutzung eines Fitness-Studios zu erleichtern, haben die Freien Demokraten/Freien Wähler zusammen mit der SPD gefordert und beantragt, Die Satzung zur Regelung der Aufwandsentschädigung für die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Hohen Neuendorf wie folgt zu ergänzen: 

Angehörige der Aktiven Freiwilligen Feuerwehr, die einen Vertrag in einem Fitness-Studio im Landkreis Oberhavel nachweisen, erhalten eine zusätzliche Aufwandsentschädigung in Höhe von bis zu 20,00 Euro monatlich. Diese Zuwendung wird im Rahmen eines Gutscheins ausgegeben. Die Mitgliedschaft ist jährlich in Form einer Kopie des laufenden Vertrags oder per Kontoauszug nachzuweisen. 

Begründung: 

Cardio- und Kraftsporttraining sind für aktive Feuerwehrleute unabdingbar. Die Feuerwehr fällt zudem in den Bereich der Pflichtaufgaben, dieser muss sich die Stadt stellen. Teure Krafträume für einige Hunderttausend Euro sind in der Stadt jedoch nicht darstellbar. Aufgrund der verschiedenen Standorte entstehen für die Feuerwehrleute auf diese Weise zudem zusätzliche Fahrtwege. Die Stadt soll und will den in Oberhavel ansässigen privaten Fitness-Studios keine kommunale Konkurrenz machen. Eine Unterstützung der Feuerwehrleute, analog zur Unterstützung der Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung bei der Anschaffung von Laptops/Tablets zur digitalen Verwaltung ihrer Unterlagen für die Stadtverordnetenversammlung sowie bei der Kinderbetreuung während der Sitzungen, erscheint daher als sinnvollster Schritt und wird von der Freiwilligen Feuerwehr nach eigenen Aussagen als positiver Beitrag empfunden.“

Leider wurde der Antrag von der Mehrheit der Stadtverordneten abgelehnt. Die Freiwillige Feuerwehr und das Ehrenamt scheinen der CDU doch nicht so wichtig gewesen zu sein, wie sie vorgaben!

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