Zukunftsinvestitionen statt Almosen
Seit Wochen reist Brandenburgs Bildungsminister durch das Land, um besonders engagierte Schulen auszuzeichnen. Um möglichst in allen Wahlkreisen vor Ort zu sein, war am Freitag auch Hohen Neuendorf dran.
Die Grundschule bekam den Titel „sportlichste Schule in Brandenburg“.
Die FDP Hohen Neuendorf kritisiert die Verleihung der Ehrenurkunde jedoch scharf.
„Logisch, dass der Bildungsminister nach Hohen Neuendorf kommt, anderswo im Lande findet der Minister ja auch kaum noch Schulen, die er bereisen kann. Immerhin hat er allein in den letzten 4 Jahren über 200 Schulen in Brandenburg geschlossen“, so FDP Sprecher Christian Erhardt-Maciejewski.
Aus Sicht des Liberalen soll die Landesregierung lieber auf Zukunftsinvestitionen setzen, statt Almosen zu verteilen. „Von einer vernünftigen Ausstattung mit mehr Lehrern hätten die Schüler in Hohen Neuendorf deutlich mehr“, so Erhardt-Maciejewski.
Die Preisverleihung in der Waldgrundschule soll aus seiner Sicht nur von der Bildungsmisere in der Stadt ablenken. „Rund 8 Prozent aller Schulstunden fallen aus bzw. werden von fachfremden Lehrern unterrichtet. Das summiert sich in 12 Schuljahren auf ein volles Schuljahr“, so der Liberale.
Die FDP fordert eine Bildungsoffensive. „Wir werden nur dann aus dem Tal der Tränen kommen, wenn unsere Bildungslandschaft vielfältiger und leistungsfähiger wird“, so Erhardt-Maciejewski. Er fordert mehr Lehrer, kleinere Klassen und vor allem weniger Unterrichtsausfall.


