22.10.2010
Oktober 2010
Gedenktafel am Marienetta Jirkowsky Platz
Begründung des Antrages:Am 13. August 2010 wurde offiziell der Marienetta-Jirkowsky-Platz im Stadtteil Hohen Neuendorf durch eine Rede der SPD/FDP-Fraktionsvorsitzenden Frau Inka Gossmann-Reetz eröffnet. Anschließend erfolgte die Niederlegung eines Kranzes pauschal für die Opfer der Mauer persönlich durch den Bürgermeister an einer von Berlin errichteten Steele am Ende der Florastraße. Berlin hat mit der Errichtung des Berliner Mauerweges und der damit verbundenen Erbauung zweier Steelen auf Hohen Neuendorfer Gebiet (die oben beschriebene Steele an der Florastraße und eine weitere vor dem ehemaligen Grenzturm in Bergfelde) deutlich gemacht, dass entsprechende eigene Gedenkorte für konkrete Maueropfer in der Stadt fehlen. Es würde im Widerspruch zur politischen Verantwortung zur Aufbereitung des SED-Unrechtsregimes stehen, wollte man, dass der Umgang Berlins mit der Mauer und den Mauertoten die eigenständige Auseinandersetzung in unserer Stadt und der politisch Verantwortlichen mit den vier Maueropfern auf unserem Stadtgebiet ersetzen. Der 50. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer (13. August 2011) bietet die besondere Gelegenheit, politisch ein starkes Signal zur Aufbereitung der Umstände der Maueropfer in Hohen Neuendorf zu setzen. Künftig muss das städtische Gedenken zum Mauerbau an einer von der Stadt selbst errichteten Gedenktafel erfolgen. Dabei muss das Gedenken ein persönliches Bild des Opfers erhalten, da pauschalisierende Betrachtungen in der Regel wenig hilfreich sind. Die Gedenktafel muss gut erreichbar an dem äußeren Randbereich des kreisförmigen Marienetta- Jirkowsky-Platzes errichtet werden, beispielsweise vor dem Gasthof „Märchenhaus“ oder auf der Fläche, die zwischen der Stolper Straße und der Berliner Straße nordwestlich aufgespannt wird. Eine Gedenktafel im Innern des Kreises wäre nicht zielorientiert, da ansonsten die Bürgerinnen und Bürger die Straßen unter Gefahren überqueren müssten, wenn sie zur Gedenktafel wollen. Um ein einheitliches Bild vergleichbarer Gedenktafeln innerhalb der Stadt zu erreichen, soll die neue Gedenktafel in derselben Aufmachung wie die im Juni 2010 auf dem Alfred-Schönbucher-Platz errichtete Gedenktafel errichtet werden. Die Kosten für eine solche Gedenktafel belaufen sich nach Auskunft der Verwaltung auf rund 1.400 Euro und sind wie auch die Kosten für den Festakt im Haushalt 2011 bereitzustellen. Weiterhin soll zum 50. Jahrestag die offizielle Enthüllung der Gedenktafel im Rahmen eines gebührenden Festaktes zum 50. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer durch den Bürgermeister erfolgen. Die Enthüllung der Gedenktafel, verbunden mit einer angemessenen Festrede gerade durch den Bürgermeister als oberster Vertreter der Verwaltung unserer Stadt und damit in Verantwortung aller Bürgerinnen und Bürger, ist dem Anlass angemessen. Dabei sind beim Festakt auch Gäste außerhalb unserer Stadt willkommen, was durch eine ergänzende Festrede des Vereins „Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e. V.“ unterstrichen werden soll. Weitere Festreden sind denkbar, was sich im Verlauf der Vorbereitung ergeben dürfte.

